01) Medizin im digitalen Zeitalter

02) „Würdebewahrende Behandlung (nicht nur) am Ende des Lebens – ein kommunikatives Konzept“

03) Der Weg zum „Clinician Scientist“ – translationale Forschung in den Lebenswissenschaften

04) Kooperation in der stationären Versorgung: Professionen, Arbeitszufriedenheit und „outcome“ (entfällt)

05) Facharztausbildung in Amerika

06) Herausforderungen bei der Ausbildung von zukünftigen Fachärzten

07) Ansichten von der Schattenseite der Medizin

08) Raus aus der Passivität- der Patient als Partner im Therapieprozess

09) Spannungsfelder und neue Konzepte der neurologischen Ausbildung

10) Pathologie im Zeitalter der Präzisionsmedizin: Von der Obduktion zur molekularen Diagnostik

11) Sportmedizin: Wir bringen Bewegung ins Krankheitssystem

12) Besser zum richtigen Arzt – Keine Experimente, wenn es um die Patienten geht

13) Schußverletzungen – Mythen versus Wirklichkeit

14) Facharzt für Leib und Seele – Psychiatrie und Psychosomatik

15) Autismus und Appendix

16) Mein Einsatz für Ärzte ohne Grenzen

17) Veränderung eines Fachs am Beispiel der Onkologie und Radioonkologie

18) Herz-Kreislauf-Medizin = High-Tech Medizin: Zukunftsperspektiven der Kardiologie

19) Im Spannungsfeld Ärzteschaft-Industrie – die eigene Unabhängigkeit wahren

20) Mehr Krankenhaushygieniker – und alles ist gut?

21) Das Spannungsfeld zwischen Tropenmedizin und Globaler Gesundheit

22) Katastrophenmedizin

 

 

 

Medizin im digitalen Zeitalter

 

 

Die zunehmende Digitalisierung des Gesundheitssystems verändert den Beruf des Arztes. Die modernen Kommunikations- und Kooperationsformen des medizinischen Alltags verlangen neue Kompetenzen und Qualifikationen. Damit zukünftige Ärzte diesem digital-kompetenten Profil entsprechen, habe ich mit einer Arbeitsgruppe ein innovatives Blended-Learning-Curriculum entwickelt, welches seit Mai 2017 an der Universitätsmedizin Mainz implementiert wird: Medizin im digitalen Zeitalter.

Man nimmt erwartungsgemäß an, dass die heutigen Studierenden – aufgewachsen als erste Generation der „Digital Natives“ – in Symbiose mit technischen Neuerungen und digitalen Applikationen leben. Alleine das Aufwachsen mit digitalen Medien und deren Nutzung auf der „Consumer-Ebene“ reicht jedoch nicht, um sich die bedeutenden berufsspezifischen digitalen Handlungskompetenzen anzueignen.

Wissen, Fertigkeiten, Haltung – nur die Integration dieser drei Komponenten führt zur Kompetenz. Aktuell stehen wir am Anfang, hierzu sinnvolle Konzepte zu entwickeln. Medizin im digitalen Zeitalter stellt die erstmalige Implementierung der digitalen Medizin im Rahmen des Medizinstudiums dar.

Wenn etwas Neues geschaffen werden soll, müssen die wichtigen Personengruppen beteiligt werden, in Interaktion treten und unterschiedliche Sichtweisen austauschen. Patienten, Studierende und Ärzte sind hierbei wichtige Partner. Hierdurch kann ein gemeinsames Verständnis entstehen – ein geteiltes mentales Modell. Diesen Ansatz verfolgt „Medizin im digitalen Zeitalter“ konsequent.

  • Social Media,
  • digitale Arzt-Patienten-Kommunikation,
  • Smart Devices,
  • Apps,
  • Telemedizin,
  • Virtual Reality,
  • Big Data

 

…sind Module des Curriculums. Frontalunterricht und reine Faktenvermittlung dagegen nicht. Ein innovatives Lernkonzept verlagert die Wissensvermittlung vor den eigentlichen Unterricht ins eLearning, um Raum zu schaffen für praktisches Arbeiten und Diskutieren während der Präsenzzeit. Ideen, Meinungen und Visionen werden in Texten, Bildern und Videos gefasst und den Unterrichtsmaterialien hinzugefügt – lassen somit eine „2.0-Version“ des eLearnings entstehen. Diese Arbeitsweise dokumentiert nicht nur den Lernerfolg, sondern spiegelt die Sichtweise der angehenden Ärzte wider.

Nach Absolvieren des Curriculums sollen die Studierenden in der Lage sein, effektiv Wissen, Fertigkeiten und Haltungen bezüglich der digitalen Medizin einzusetzen. Dies beinhaltet, Chancen und Möglichkeiten der technologischen Innovationen zu erkennen, aber auch Risiken und Grenzen der Digitalisierung im Gesundheitswesen abschätzen zu können.

Das Projekt Medizin im digitalen Zeitalter wird im Rahmen des Förderprogramms Curriculum 4.0 vom Stifterverband und der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert.

 

 

Priv.-Doz. Dr. med. Sebastian Kuhn, MME
“Ich bin Unfallchirurg und Orthopäde, Ausbildungsforscher und Hochschuldidaktiker mit Tätigkeit als Oberarzt am Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz. Die Themen Interprofessionalität, Kompetenzorientierung und Digitalisierung sind zentrale Aspekte meiner Arbeit. Ich bin Mitglied der Arbeitsgruppe „Reform des Medizinischen Staatsexamen“ am IMPP und außerdem Teil der Arbeitsgruppe „Curriculumentwicklung im 21. Jahrhundert“ beim Hochschulforum Digitalisierung. “

 

 

„Würdebewahrende Behandlung (nicht nur) am Ende des Lebens – ein kommunikatives Konzept“

 

Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, wie Würde in der Patientenbehandlung bewahrt und gestärkt werden kann – nicht nur am Ende des Lebens. Dabei spielt Kommunikation eine entscheidende Rolle. In seiner Struktur richtet sich der Vortrag nach dem ABCD würdebewahrender Behandlung, wie es der kanadische Palliativmediziner Harvey Chochinov dargestellt hat: Attitude – Behaviour – Compassion – Dialogue.

 

 

Prof. Dr. Martin Weber, Universitätsmedizin Mainz 
Internist, Hämato-Onkologe und Palliativmediziner. Seit 2006 Leiter der Abteilung für Palliativmedizin an der Universitätsmedizin Mainz, seit 2010 Professur für Palliativmedizin an der Universitätsmedizin Mainz

 

 

 

 

Der Weg zum „Clinician Scientist“ – translationale Forschung in den Lebenswissenschaften

 

Erfolgreiche klinische Forschung setzt eine sehr gute und breite Kenntnis und Ausbildung in den Techniken, Modellen und Denkweisen biomedizinischer Grundlagenforschung voraus. Die herkömmlichen Lehrveranstaltungen im Medizinstudium sind nur unzureichend geeignet, diese Grundlagen zu vermitteln. Daher sind in den letzten Jahren an vielen Standorten Ausbildungsprogramme entstanden, um Studierende in den Naturwissenschaften und der Humanmedizin früh und durch gezielte Förderung an biomedizinische Forschung heranzuführen. Medizinstudenten/innen wird nach Beendigung der vorklinischen Ausbildung die Möglichkeit eröffnet, neben dem Regelstudium eine theoretische und praktische Ausbildung zum “Clinician Scientist“ zu erhalten. Im Vortrag werden die Bedeutung translationaler Forschung und die Fördermöglichkeiten in diesem Bereich dargestellt und diskutiert.

 

Univ.-Prof. Thomas Mittmann, Institut für Physiologie,  Universitätsmedizin Mainz 
1983 – 1990 Studium Biologie/Diplom an den Universitäten Mainz/Marburg
1991 – 1995 Doktorarbeit im Inst. f. Physiologie, Med. Fakultät der Universität zu Köln
1995 – 1997 Postdoktorand am Dept. Physiology & Biophysics, Univ. of Washington, USA
1997 – 2008 Assistent im Inst. für Physiologie, Med. Fakultät der Ruhr-Univ. Bochum
10 / 2004 Habilitation im Fach Physiologie an der Med. Fakultät der Ruhr-Univ. Bochum
seit 2008 Univ-Prof. im Institut für Physiologie an der Universitätsmedizin Mainz seit
2012 Sprecher des GA im interfakultären Promotionsprogramm TRANSMED an der Universitätsmedizin Mainz seit 2012 Sprecher der Lehr-Aktivitäten im Mainzer Forschungsschwerpunkt FTN

 

 

Kooperation in der stationären Versorgung: Professionen, Arbeitszufriedenheit und „outcome“ (entfällt)

 

 

Die Qualität und der Erfolg der medizinischen Versorgung wird auch ganz wesentlich durch die Frage bestimmt, wie gut den jeweils beteiligten Professionen die Kooperation gelingt. Kooperation ist dabei ein Begriff, für den viele unterschiedliche Definitionen zu finden sind. Für den Bereich der medizinischen Versorgung steht die Zusammenarbeit von verschiedenen Professionen im Mittelpunkt. Die Notwendigkeit zur Kooperation wird an 3 klinischen Beispielen verdeutlicht. Dabei wird klar, dass ein Behandlungserfolg immer ein Produkt der Versorgungsleistungen verschiedener beteiligter Berufsgruppen ist. Als Probleme in der stationären Kooperation zeigen sich häufig: starre Hierarchie, unterschiedliche Grade der Professionalisierung, mangelnder Informationsaustausch, Kommunikationsprobleme und unzureichende Abstimmung der Arbeitsabläufe.

Daraus lassen sich notwendigen Anforderungen an eine gute Kooperation formulieren, die auch in Kooperationsmodellen in der Literatur bereits beschrieben wurden. Am Ende werden Überlegungen zur Vermittlung von kooperativen Kompetenzen im Medizinstudium skizziert.

 

 

PD Dr. Wilfried Laubach.
Med. Psychologie u. Med. Soziologie, Universitätsmedizin Mainz 
geb. 1952, Realschule, Ausbildung zum Starkstromelektriker und Abitur in Hanau,
von 1973 – 1980 Studium der Soziologie, Politik und Medizinischen Psychologie und Zivil-dienst in Gießen,
von 1982 – 1995 an der Abteilung für Medizinische Psychologie in Gießen, Promotion am Fachbereich Medizin,
von 1995 – 2000 an der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie in Leipzig, Habilitation im Fach Medizinsoziologie,
seit 2001 am Schwerpunkt Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsmedizin in  Mainz

 

 

Facharztausbildung in Amerika  

 

In diesem Vortrag geht es darum, die Struktur der amerikanischen Facharztausbildung zu skizzieren und die Vor- und Nachteile aufzuzeigen. Außerdem wird das Auswahlverfahren erläutert und die Voraussetzungen für Bewerbungen aus dem Ausland aufgezeichnet.

 

 

Prof. Dr. Oliver Muensterer, KINDERchirurgie an der Universitätsmedizin Mainz 
“Geboren in Kanada und in Deutschland aufgewachsen, habe ich an der LMU München und der Universidad de Alicante in Spanien Studiert. Meine Facharztausbildung begann ich in der Allgemeinchirurgie am Washington Hospital Center in Washington, DC. Danach absolvierte ich die Ausbildung zum Pädiater an der Duke University in Durham, NC. Darauf kehrte ich nach München zurück, wo ich am Dr. von Haunerschen Kinderspital zum Kinderchirurgen ausgebildet wurde. Es folgte eine Fellowship in der minimalinvasiven Kinderchirurgie an der University of Alabama at Birmingham. Als Oberarzt arbeitete ich zunächst in Leipzig, dann in Birmingham, Alabama und danach für 3 Jahr in New York, bevor ich 2014 die Leitung der Klinik für Kinderchirurgie in Mainz übernehmen durfte.”

 

 

Herausforderungen bei der Ausbildung von zukünftigen Fachärzten

 

Das Deutsche Gesundheitssystem ist nicht für die Ausbildung von zukünftigen Ärzten, sondern für die flächendeckende Versorgung von Patienten und wirtschaftliche Unabhängigkeit bzw. Profitabilität strukturiert. Durch eine fehlende Zentralisierung fehlt es den heutigen Assistenzärzten an der nötigen Exposition. Dazu kommen Effekte wie das Arbeitszeitgesetz und häufiger genutzte Teilzeitausbildungsmodelle, die Herausforderungen für eine umfassende Ausbildung bedeuten.

 

 

Prof. Dr. Oliver Muensterer, KINDERchirurgie an der Universitätsmedizin Mainz 
“Geboren in Kanada und in Deutschland aufgewachsen, habe ich an der LMU München und der Universidad de Alicante in Spanien Studiert. Meine Facharztausbildung begann ich in der Allgemeinchirurgie am Washington Hospital Center in Washington, DC. Danach absolvierte ich die Ausbildung zum Pädiater an der Duke University in Durham, NC. Darauf kehrte ich nach München zurück, wo ich am Dr. von Haunerschen Kinderspital zum Kinderchirurgen ausgebildet wurde. Es folgte eine Fellowship in der minimalinvasiven Kinderchirurgie an der University of Alabama at Birmingham. Als Oberarzt arbeitete ich zunächst in Leipzig, dann in Birmingham, Alabama und danach für 3 Jahr in New York, bevor ich 2014 die Leitung der Klinik für Kinderchirurgie in Mainz übernehmen durfte.”

 

 

Ansichten von der Schattenseite der Medizin

 

Im deutschen Gesundheitswesen gibt es diverse strukturell bedingte Fehlsteuerungen. So fehlt beispielsweise die Gewaltenteilung, die demokratische Systeme sonst kennzeichnet. Gesetzgebung, Rechtsprechung und Polizeigewalt sind in einer Demokratie unabhängig voneinander. In der Medizin liegt das alles in einer Hand: Dieselben Mediziner, die die Leitlinien erarbeiten, diagnostizieren nach diesen Leitlinien und behandeln nach diesen Leitlinien (und verdienen so ihr Geld). Der Volksmund sagt: den Bock zum Gärtner machen. Eine unselige Struktur, denn hier wird ohne demokratische Kontrolle über immense Finanzmittel entschieden. Hinzu kommt die oft enge Verflechtung der Fachgesellschaften/Leitlinienautoren mit der Medizinindustrie. All das bürgt nicht für Entscheidungen, die sich am Patientenwohl orientieren. Häufig gewinnen ökonomische Interessen die Oberhand.

Eine gravierende Fehlentwicklung im Krankenhauswesen ist das DRG-System. Ein Anreizsystem, das Leistung belohnt. Das führt nahezu unweigerlich zu Überdiagnosen und Überbehandlungen.

 

Dr. Frank Wittig, Südwestrundfunk SWR 
Seit 1985 Studium der Literaturwissenschaft und Psychologie in Mainz. Promotion. Während des Studiums Wissenschaftsjournalist an der Pressestelle der Johannes Gutenberg Universität. Mitarbeiter bei verschiedenen Print-Produkten. Seit 1996 Mitarbeiter des Südwestrundfunks in der Abteilung Wissenschaft. Lehraufträge für Wissenschaftsjournalismus an den Universitäten in Kaiserslautern und in Mainz. Mehrere Auszeichnungen. U.a. durch das Deutsche Netzwerk für evidenzbasierte Medizin und nano 3sat.  Spiegel-Bestseller: „Die weiße Mafia“ und „Krank durch Früherkennung“.

 

 

 

 

Raus aus der Passivität- der Patient als Partner im Therapieprozess

 

 

Das PROMISE-Projekt – Versorgungsforschung Endoprothetik
Fast 400.000 Hüft- und Kniegelenksendoprothesen werden jährlich in Deutschland implantiert. Tendenz steigend. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss fördert das PROMISE-Projekt, das auf die Versorgungsqualität der betroffenen Patienten zielt. Ziel ist es, einen Best-Practice-Leitfaden für einen optimierten und standardisierten Gesamtversorgungsprozess zu entwickeln und praktisch zu etablieren. Kernelemente sind die Ausrichtung der Versorgung auf die funktionale Gesundheit, die aktive Integration des Patienten in die Behandlung und die konsequente interdisziplinäre Abstimmung sämtlicher Prozesse auf eine möglichst frühzeitige Mobilität des Patienten. Dr. rer. physiol. Ulrich Betz, Physiotherapeut und Leiter des Instituts für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation der Universitätsmedizin Mainz, stellt das interdisziplinäre, multizentrische und intersektorale Projekt vor, das 5000 Patienten einschließen wird.

 

 

 

Dr. rer. physiol. Ulrich Betz, Universitätsmedizin Mainz 
Seit 1986 als Physiotherapeut tätig; 2007 Abschluss Physiotherapie- Diplomstudium; 2008 promoviert an der medizinischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zum Dr. rer. physiol; seit 2009 Leiter des Instituts für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation der Universitätsmedizin Mainz; Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und Referate bei nationalen und internationalen Fachkongressen; 2017 ausgezeichnet mit dem „Stein der Weisen“.

 

 

 

Spannungsfelder und neue Konzepte der neurologischen Ausbildung

 

 

Neurologie stellt aufgrund des demographischen Wandels und neuer Therapiemöglichkeiten eines der am schnellsten wachsenden klinischen Fächer in der Medizin dar. Klinische Neurologen sind häufig Notfall- und sogar Intensivmediziner, da ein Großteil der Patienten über Notaufnahmen aufgenommen wird. Im Gegensatz dazu steht das Patientengut in neurologischen Praxen, hier werden häufig Patienten mit chronischen Erkrankungen und peripher neurologischen Problemen behandelt.

Sowohl die studentische Ausbildung als auch die klinische Weiterbildung muss diese beiden Extreme reflektieren. Eine suffiziente Ausbildung stellt aber schon allein im Rahmen limitierter Personalressourcen einen Spagat dar. Hinzu kommt der häufige Wunsch nach Teilzeitstellen trotz Dienstbelastung und Schichtdiensten.

Im Vortrag soll das Spannungsfeld beleuchtet werden und zukunftsorientierte Lösungsansätze aufgezeigt werden.

Prof. Dr. Rainer Kollmar, Klinik für Neurologie und Neurointensivmedizin am Klinikum Darmstadt 
Seit 2012 Direktor der Klinik für Neurologie und Neurointensivmedizin am Klinikum Darmstadt. Studium Universität Heidelberg, Johns Hopkins-University Baltimore, neurologische Weiterbildung Neurologische Universitätsklinik Heidelberg und Erlangen. Facharzt für Neurologie und Neurologische Intensivmedizin. Bis 2012 leitender Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik Erlangen. Berufsbegleitendes Studium Maser of Medical Education. Durchführung diverser experimenteller und klinischer Studien.

 

 

 

 

Pathologie im Zeitalter der Präzisionsmedizin: Von der Obduktion zur molekularen Diagnostik

 

 

Das Fach Pathologie („surgical pathology“, nicht zu verwechseln mit dem Fach Rechtsmedizin: „forensic pathology“) ist ein kleines, aber wichtiges klinisches Fach in der Humanmedizin. In Deutschland praktizieren zur Zeit etwa 1300 Pathologen, hauptsächlich in Universitätsklinika, peripheren Krankenhäusern sowie in pathologischen Praxen. Während Obduktionen einen immer geringeren Stellenwert in der Pathologie einnehmen, bestimmt heute die histologische Diagnostik von Operationspräparaten, Biopsien sowie die Zytologie den Arbeitsalltag eines Pathologen. Von besonderer Bedeutung ist die Diagnostik von Tumorerkrankungen, da Pathologen nicht nur die Tumordiagnose sichern, sondern auch mithilfe molekularer Diagnostik die optimale Therapie für den Patienten mitbestimmen. Neben der klinischen Diagnostik nimmt universitäre Lehre in der Pathologie (Pathologie = „Lehre von den Krankheiten“) einen vergleichsweise hohen Stellenwert ein, ebenso die translationale Forschung im Spannungsfeld zwischen Grundlagenwissenschaften und angewandter klinischer Forschung. Der Beruf eines Pathologen ist abwechslungsreich und spannend, und im Vergleich zu anderen klinischen Fächern vergleichsweise familienfreundlich.

 

 

Prof. Dr. Beate Straub, Institut für Pathologie, Universitätsmedizin Mainz 
Studium der Humanmedizin in Heidelberg mit Auslandsaufenthalten in Lyon, Paris und New York. Dissertation über Zell-Zell-Verbindungen der Augenlinse am DKFZ Heidelberg (summa cum laude, Doktorvater Prof. Dr. Werner W. Franke), ausgezeichnet mit dem Joachim-Siebeneicher-Promotionspreis. Danach  AIP in Innere Medizin (Hämatologie) in Heidelberg und ab 2005 Facharztweiterbildung für Pathologie in Heidelberg. Forschung über Zell-Zell-Verbindungen der Leber, später zusätzlich über Lipidtropfen-assoziierte Proteine mit DFG-Förderung. Facharzt für Pathologie 2011. Im gleichen Jahr Geburt meines Sohns und Elternzeit. Habilitation 2014. Verleihung des Rudolf-Virchow-Preises für Pathologie 2015. Zertifikat für Hochschuldidaktik Baden-Württemberg 2015 („Hochschullehrer Baden-Württemberg“). Berufung als W2-Professorin für Gastrointestinale Pathologie an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Leiterin des Elektronenmikroskopischen Labors und Unterrichtsbeauftragte für das Fach Pathologie.

 

 

Sportmedizin: Wir bringen Bewegung ins Krankheitssystem

 

 

Prof. Simon widmet sich in seinem Vortrag dem aktuellen Gesundheitssystem und möchte verdeutlichen, wieso oftmals erst dann gehandelt werden kann, wenn es aus Sicht der Gesundheit eigentlich schon viel zu spät ist. Zudem möchte er sein Fachgebiet Sportmedizin genauer beleuchten und u. a. den Fragen nachgehen,

– wie eine gute und interdisziplinäre Patientenbetreuung in der Sportmedizin aussehen muss (wie setzt man bspw. einmal angesetzte Medikamente wie Lipid- und Blutdruck-Senker nach starker Gewichtsreduktion wieder ab?)

– wie die Zukunft der Sportmedizin aussehen und der Spagat zwischen konservativen und operativen Tätigkeitsfeldern unter steigendem wirtschaftlichen Druck gelingen kann

– was es mit dem momentan fehlenden Vergütungs-, oder Belohnungssystem auf sich hat und wie ein Qualitätskontrollsystem für Präventivmaßnahmen und für Kosteneinsparungen gestaltet sein müsste.

Nach dem Motto „Sportmedizin – arm, aber extrem sexy?!“ bekommt ihr einen Einblick in den Fachbereich Sportmedizin mit allen Höhen und Tiefen, Zukunftsperspektiven und Herausforderungen der kommenden Jahre.

 

Prof. Dr. Dr. Perikles Simon, Abteilung Sportmedizin, Prävention und Rehabilitation am Institut für Sportwissenschaft
studierte an der Medizinischen Fakultät Tübingen. Nach seinem Abschluss  erlangte er im Fachgebiet der Neuro- und Verhaltenswissenschaftender seinen PhD und forschte außerdem zu angewandter Physiologie und ‚Physical Fitness Testing‘.
Im Jahre 2008 nahm er den Ruf der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz an und arbeitet dort sowohl im Bereich Forschung und Wissenschaft als auch in der Lehre.
Als einer der führenden Forscher im Bereich von Doping war er in den letzten Jahren häufig als Experte in den Medien vertreten. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt ist die molekulare Belastungsphysiologie.

 

 

Besser zum richtigen Arzt – Keine Experimente, wenn es um die Patienten geht

 

 

Ist die empfohlene Operation wirklich notwendig? Wo bekomme ich dafür eine Zweitmeinung? Welcher Arzt könnte die Operation durchführen und was zeichnet diesen aus?

Solche Fragen hat BetterDoc bereits mehr als 10.000 Patienten erfolgreich beantwortet und diese dabei unterstützt, den richtigen Spezialisten für ihre Erkrankung zu finden.

In seinem Vortrag geht Gründer Nils von Dellingshausen darauf ein, welche Vielzahl an Daten das Team von BetterDoc analysiert, um Patienten einfach nachvollziehbare und sachlich begründete Arztempfehlungen innerhalb von 48 Stunden zu präsentieren.

 

 

Nils von Dellingshausen ist seit Juli 2012 Gründer und CEO von BetterDoc. BetterDoc ist ein unabhängiger Gesundheitsservice, der Patienten mit seltenen oder schwerwiegenden Erkrankungen unterstützt, geeignete Spezialisten mit hervorragenden Behandlungsergebnissen für eine kompetente Zweitmeinung, eine Behandlung oder Operation zu finden. Vor BetterDoc war Nils 10 Jahre in verschiedenen Management-Funktionen bei der Deutschen Telekom tätig, zuletzt verantwortlich für eine Auslandstochter von T-Mobile.  Nils hat 4 Kinder. BetterDoc hat er gemeinsam mit seiner Frau Donata (Gynäkologin) und seinem Bruder Christoph gegründet.

 

 

 

 

Schußverletzungen – Mythen versus Wirklichkeit

 

Auch Ärzte, die sich häufig mit der Versorgung von Schussverletzungen beschäftigen, wissen oft wenig über ihre Besonderheiten.
Zeit, einen Vergleich zwischen weit verbreiteten Mythen und den Fakten zu ziehen. In dem etwa 20minütigen Vortrag werden unter anderem folgende Themen besprochen:

  • Schusswirkung: Realitätscheck 
  • Wie schädigt ein Geschoss den Körper eigentlich?
  • Behandlung von Schussverletzungen – ist mehr immer auch mehr?
  • Waffe an der Einsatzstelle – was nun?

 

Dr. med. Boris Mansion, Universitätsmedizin Mainz, Klinik für Anästhesiologie 
Geboren 1971 in Wiesbaden. Tätigkeit im Rettungsdienst während Zivildienst und Studium. Studium der Medizin an der J. Goethe-Universität Frankfurt. AiP am Institur für Anästhesiologie am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt, seit 2000 an der  Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz, seit 2012 Oberarzt des Bereichs Notfallmedizin der Klinik für Anästhesiologie. Seit > 20 Jahren Sportschütze, Teilnahme an 4 x EM  und 2 x WM.

 

 

 

Facharzt für Leib und Seele – Psychiatrie und Psychosomatik

 

 

Das menschliche Gehirn gilt aufgrund seiner Neuroplastizität als das zukünftig spannendste Forschungsobjekt. Auch in der praktischen Arbeit ist die Einlösung des bio-psycho-sozialen Anspruchs innerhalb der ÄrztIn-PatientIn-Beziehung eine anspruchs- und reizvolle Aufgabe. Psychische Erkrankungen bekommen eine zunehmend höhere gesundheitsökonomische Bedeutung, gleichzeitig zielt eine solche Störung ins Zentrum des individuellen Wohlbefindens.Trotzdem tritt gerade in diesem Kontext die sogenannte zweite Krankheit auf: öffentliche und Selbst-Stigmatisierung. Dabei kann eine solche Krankheit uneingeschränkt jeden treffen und kann in moderner Form induviduumszentriert und ressourcenorientiert gut behandelt werden. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, sind sektoren- und disziplinenübergreifende partnerschaftliche Verantwortungsübernahmen zielführend. Die Arbeit in den Fachgebieten Psychiatrie und Psychosomatik für Menschen mit psychischer Erkrankung und gegen Ausgrenzung richtet sich immer an den ganzen Menschen – Leib und Seele – und seine Umwelt.

 

 

Prof. Dr. med. Marcus Steffens, Rheinhessen-Fachklinik Alzey 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Sozialmedizin. Balintgruppenleiter. Chefarzt Allgemeinpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik 2, Rheinhessen-Fachklinik Alzey, Landeskrankenhaus. Stiftungsprofessur Katholische Hochschule Mainz . Vorherige Stationen: Medizinstudium Mainz. Facharztqualifikation: Frankfurt a.M. und Bad Camberg, Oberarzt Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Pfalzklinikum, Leitender Arzt Zentrum für  psychosomatische Rehabilitation Kaiserslautern, Ärztlicher Gutachter und beratende Tätigkeit im Land Rheinland-Pfalz, Professor für Sozialmedizin Nordhausen.

 

 

 

 

Autismus und Appendix

Julian

 

 

„August 2015: Mit akuten Schmerzen im Bauchraum lande ich über Umwege in der Notaufnahme eines großen Krankenhauses. Es ist der Auftakt eines Aufenthalts, voller einprägsamer Situationen und Dialoge, von denen ich gerne aus autistischer Perspektive berichten möchte.“

 

 

 

 

Mein Einsatz für Ärzte ohne Grenzen

 

 

Vorstellung von Ärzte ohne Grenzen

  • Ziele von Ärzte ohne Grenzen, Prinzipien, Finanzierung
  • Mitarbeit im Projekt
  • Voraussetzungen, Hauptaufgaben von Ärzten im Projekt, was erwartet mich
  • generelle Projektstruktur
  • Eigene Erfahrungen aus meinem Projekteinsatz in der Demokratischen Republik Kongo

 

Katharina Kowohl, Ärzte ohne Grenzen
2002 – 2010: Studium in Marburg (erst Humanbiologie, dann Wechsel zu Humanmedizin), Famulaturen in Deutschland, Spanien und Panama, PJ: halbes Tertial in Tansania.
07/2010: Assistenzärztin Innere Medizin in Wiesbaden.
11/2012 Tropenmedizinkurs in Tübingen.
Von 02/2013 – 11/2013 Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo. Anschließend wieder Assistenzärztin für Innere Medizin in Wiesbaden.
2014 geheiratet,
2015 ein Kind.
Seit 09/2016 Assistenzärztin Innere Medizin in Mainz (kkm).
Seit dem Einsatz 2013 habe ich wiederholt Ärzte ohne Grenzen auf Info-Veranstaltungen vertreten.

 

 

 

Veränderung eines Fachs am Beispiel der Onkologie und Radioonkologie

 

 

Die Onkologie verändert sich in einem atemberaubenden Tempo. Dies ist bedingt durch neue Methoden der Diagnostik und der Behandlung. Am Beispiel der Radioonkologie wird gezeigt, welche Möglichkeiten sich in der Onkologie entwickelt haben und wie sich das Anforderungsprofil an die Ärztinnen und Ärzte verändert hat.

 

Prof. Dr. med. Heinz Schmidberger, Universitätsmedizin Mainz, Radioonkologie & Strahlentherapie 
Nach abgeschlossenem Studium an der Universität Tübingen führte ihn ein postdoctoral Fellowship in die USA, nach welchem er seine Facharztausbildung in der Strahlentherapie an der Klinik seiner alma mater aufnahm. Sein folgender Weg führte ihn zur Uniklinik Göttingen mit anschließender Habilitation in seinem Fachgebiet. Seit 2005 ist er Direktor der Mainzer Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie. Zum Sommersemester 2017 nahm er hier seine Tätigkeit als Prodekan für Studium und Lehre auf

 

 

 

Herz-Kreislauf-Medizin = High-Tech Medizin : Zukunftsperspektiven der Kardiologie

 

 

 

Die Diagnostik und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat in den vergangenen 2 Jahrzehnten erheblich beigetragen zu der insgesamt deutlich gestiegenen Lebenserwartung der Bevölkerung. Diese Erfolgsstory ist zum grossen Teil auf den Einsatz innovativer Techniken zurückzuführen. Ich werde in meinem Vortrag nicht nur diese Entwicklung skizzieren und einen Ausblick in die Zukunft geben, sondern gleichzeitig mögliche Risiken gemeinsam mit Ihnen diskutieren. Schließlich gilt es, die Chancen und Risiken einer mehr und mehr ‚entpersonalisierten‘ Medizin abzuwägen, um einer individuellen Patientenbetreuung gerecht zu werden.

Univ.-Prof. Dr. med. Andreas Zeiher, Kardiologie, Universitätsklinikum Frankfurt 
Für Prof. Andreas Zeiher ist Kardiologie mehr als nur ein Job. Es ist sein(e) Beruf(ung). Nach Medizinstudium an der Albert Ludwigs Universität Freiburg führte ihn sein Weg durch die Assistenzzeit in Freiburg, über ein Forschungsstipendium am Cedars-Sinai Medical Centre (Kalifornien) direkt zum Direktorenposten der kardiologischen Klinik der Uni Frankfurt, den er bis heute inne hat. Außerhalb des Klinikums war er im Bereich der Kardiologie vor allem als Chairman der ESC (European Society of Cardiology) tätig und wird ab 2019 den Posten des Präsidenten der DGK (Dt. Gesellschaft f. Kardiologie) innehaben.

 

Im Spannungsfeld Ärzteschaft-Industrie – die eigene Unabhängigkeit wahren

 

 

 

2016 legten erstmals die großen forschenden pharmazeutischen Unternehmen Zahlungen an Ärzte offen – das Medienecho war groß, die meisten Zeitungen berichteten darüber. 2017 wurde von correctiv die Möglichkeit für Ärzte geschaffen, offenzulegen, dass sie keine Zahlungen angenommen haben. Was steckt dahinter? Was sind Interessenkonflikte? Wozu führen Beziehungen zwischen Industrie und Ärzteschaft? Ist Transparenz über solche Beziehungen hilfreich für die Arzt-Patienten-Beziehung? Wie kann man die einige Unabhängigkeit bewahren? Der Vortrag gibt einen Einblick in das Spannungsfeld, dass sich zwischen Industrie und Ärzteschaft auftut, definiert Interessenkonflikte in diesem Kontext und weist auf mögliche Lösungsansätze hin, um die Unabhängigkeit der Ärzte- und Studierendenschaft im Sinne des Patientenwohls zu bewahren.

 

Dr. med. Cora Koch, Universitätsmedizin Mainz
Cora Koch, Dr. med., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. Sie absolvierte ihr Studium in Münster. In ihrer Doktorarbeit untersuchte sie die Einstellungen und Kontakte von Medizinstudierenden zu pharmazeutischen Unternehmen. Sie ist Mitglied von MEZIS e.V. und hat noch nie persönliche Zuwendungen von pharmazeutischen Unternehmen oder Medizinprodukteherstellern erhalten. Sie erhielt im Rahmen eines Forschungsvorhabens zur Entwicklung eines Curriculums für Medizinstudierende zum Thema Interessenkonflikte Gelder der Volkswagen-Stiftung.

 

 

 

Mehr Krankenhaushygieniker – und alles ist gut?

 

 

2010 hatte man von politischer Seite beschlossen, die Situation der Krankenhaushygiene zu verbessern. Das Infektionsschutzgesetz wurde geändert und in jedem Bundesland erfolgte daraufhin die Veröffentlichung einer Landeshygieneverordnung. Neben der fachlichen Förderung der Krankenhaushygiene umfasste das neue Konzept auch das Vorhalten von sog. ‚Hygienefachpersonal‘ – neben Hygienefachkräften auch Krankenhaushygieniker. In diesem Moment wurde jedoch der Fehler offensichtlich, dass man in den Jahren zuvor aus verschiedenen Gründen Hygiene-Institute an Universitäten geschlossen oder der Mikrobiologie zugeschlagen hatte, wodurch in großem Umfang Weiterbildungsstellen entfallen waren. Inzwischen wird versucht, mit einem von den Kassen (!) finanzierten ‚Hygieneförderprogramm‘ wenigstens den aktuellen Bedarf zu befriedigen. Das ist allerdings kein Zukunftsprogramm, da es in Kürze endet und das alte Dilemma wieder von vorne beginnt… Danach unterliegt die Weiterbildung erneut der Personalbudgetierung der ökonomisierten medizinischen Fakultäten. Gegenvorschlag: Die Bundesländer müssen das Fach – wie auch andere – als Pflichtaufgabe der Universitäten definieren und finanziell entsprechend ausstatten.

 

 

Prof. Dr. Michael Pietsch, Universitätsmedizin Mainz
Michael Pietsch hat 1979 – 1985 Medizin und einige Semester Chemie und Katholische Theologie an den Universitäten Darmstadt, Mainz und Innsbruck studiert. Nach dem Staatsexamen und der Promotion an der Universität Mainz absolvierte er 1986-1990 seine Weiterbildung zum Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin im Hygiene-Institut der Universität Mainz. Anschließend folgte am Hamburger Tropeninstitut eine Ausbildung zum Tropenmediziner. 1992-1994  war er Leiter der Abteilung für Klinische Mikrobiologie und Stellvertretender Direktor des Landeshygieneinstituts in Schwerin. Nach der Habilitation für das Fachgebiet Hygiene an der Universität Greifswald wurde er 1994 stellvertretender Leiter der Abteilung für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Mainz. Seit 2003 ist er außerplanmäßiger Professor für Hygiene, seit 2005 Ehrendoktor der Medizinischen Universität Woronesch/Russland und seit 2007 dort auch Gastprofessor für Hygiene. 2015 erfolgte die Ernennung zum Leiter der Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention und zum Leitenden Krankenhaushygieniker der Universitätsmedizin Mainz.
Michael Pietsch hat sich wissenschaftlich mit Fragen der Epidemiologie und der molekularen Pathogenität von Legionellen, der Impfimmunität in der Bevölkerung und dem Infektionsrisiko durch medizintechnische Geräte beschäftigt. Bei mehreren Aufenthalten in Ostafrika hat er auch auf dem Gebiet der Tropenhygiene gearbeitet.

 

 

 

Das Spannungsfeld zwischen Tropenmedizin und Globaler Gesundheit

 

Pflegepraktikum in Bolivien, Famulatur in Südafrika und am Besten nach dem Studium mit Ärzte ohne Grenzen weg – viele (Medizin-)Studierende zieht es während ihres Studiums in die Ferne, aus den unterschiedlichsten Gründen heraus. Doch was genau erwartet sie eigentlich dann dort, in der „Ferne“?
Dieser Vortrag gibt einen kurzen Einblick in die Geschichte der Tropenmedizin, der Bedeutung von Globaler Gesundheit auch in Deutschland und der Frage, was sich hinter dem „“Do No Harm““ Prinzip versteckt.

 

 

Geffert, Karin, bvmd
Karin Geffert ist Medizinstudentin im Praktischen Jahr. Seit 2014 beschäftigt sie sich intensiv mit Themen der Globalen Gesundheit, angeregt durch ein 6 monatiges Praktikum am Missionsärztlichen Institut in Würzburg, der katholischen Fachstelle für Internationale Gesundheit. Durch Auslandsaufenthalte in England, Indien, Tansania und Südafrika hat sie Einblick in verschiedene Gesundheitssysteme gewinnen können. Als studentische Hilfskraft arbeitet sie am Missionsärztlichen Institut in den Bereichen Lehre, Forschung und an der Online-Bibliothek MEDBOX (www.medbox.org).
Seit über drei Jahren leitet sie das Global Health Projekt (GandHI) der bvmd und setzt sich lokal, national und international für eine Stärkung von Globaler Gesundheit im Medizinstudium ein, unter anderem im Rahmen der wiederbelebten Global Health Alliance Deutschland (GHA-D).

 

 

 

Katastrophenmedizin

 

 

 

Katastrophenmedizin – hinter diesem Begriff verstecken sich viele unterschiedliche Verständnisse und Vorstellungen. Doch was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen Katastrophenmedizin und Notfallmedizin? Werden ExpertInnen der Katastrophenmedizin nur im Ausland aktiv?
Mit spannenden Einblicken aus der Praxis wird Dr. Robert Wunderlich in seinem Vortrag auf diese und andere Fragen antworten und ein interdisziplinäres Konzept von Katastrophenmedizin vorstellen.

 

 

Dr. Robert Wunderlich, Universitätsklinikum Tübingen
Medizinstudium in Berlin und Tübingen
Masterstudium „European Master in Disaster Medicine“ an der Freien Universität Brüssel und der Universität Novara. Mitglied des Alumni-Vorstands
Promotion über den deutschen Beitrag zur internationalen Humanitären Hilfe
Masterarbeit über den Ausbildungsstand in der Katastrophenmedizin in Deutschland
Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin und Preisträger des Forschungspreises der Gesellschaft
Weiterbildung Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Tübingen
Instruktor im medizinischen Simulationszentrum TÜPASS
Notarzt
Gründer der emergenyapp für notfallmedizinische Simulation (www.emergencyapp.de)
Reisemedizinischer Berater
2005/06 Freiwilligendienst in Uganda
Gründer der Entwicklungszusammenarbeitsorganisation Schenke eine Ziege (www.Schenke-eine-Ziege.de)
Zahlreiche Entwicklungseinsätze in Uganda
Mitgründer der Studenteninitiative „you-manity“ des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin
Leitung medizinische humanitäre Einsätze in Benin, Äthiopien und Uganda
Teamarzt des „First Assistance Samaritan Team“ des ASB-Bundesverbands
Sphere-Trainer für humanitäre Standards